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2020-03-02

Hybrid Metall 3D Drucker für die Lernfabrik 4.0 in der Gewerblichen Schule Ehingen

Am 20.02.2020 war ich als Gast bei der Präsentation des neuen Hybrid 3D Drucker in der gewerblichen Schule Ehingen. Ich freute mich riesig bei diesem Event dabei sein zu dürfen und war pünktlich um 11Uhr im Foyer. Dort waren schon einige Gäste anwesend.
Mit einer kleinen Verspätung begann dann auch schon die erste Rede von Landrat Scheffold, an der den Gästen die Intention, sowie die Finanzierung erläutert wurde. Dieser war nämlich nicht unerheblich. Für die Beschaffung, Montage und die baulichen Maßnahmen, die durchgeführt werden mussten, benötigte man ca. 250 000€. Diese gigantische Investitionssumme konnte man jedoch mit viel Fleiß einsammeln. Hier ist zu erwähnen, dass nicht nur Fördergelder, sondern auch großzügige Spenden der ortsansässigen Firmen wie Liebherr oder Tries dieses Vorhaben möglich gemacht haben. Somit war es nicht verwunderlich, dass viele Danksagungen zu den Gästen ausgesprochen wurden. Denn unter diesen befanden sich die Vertreter der Kammern, Kreisrätinnen und Kreisräte, die Geschäftsführer von Liebherr und Tries, Lehrkräfte der Schule und Ehrengast MdL Frau Hoffmeister-Kraut, die mit ihrem Ministerium sage und schreibe 107000€ für dieses Projekt zur Verfügung stellte. MdL Frau Hoffmeister-Kraut war dann auch die nächste Rednerin. In ihrer Rede machte sie sehr deutlich wie wichtig ihr die Themen Digitalisierung sowie Industrie 4.0. sind. Unser Duales Ausbildungssystem lobte nicht nur MdL Frau Hoffmeister-Kraut, sondern Lobeshymnen gab es wohl auch von Vertretern aus dem EU-Land. Ihr sei dieses Projekt, ein Metall 3-D Drucker für die Lernfabrik 4.0 zu holen, sehr wichtig gewesen und sie freut sich, dass es nun möglich gemacht wurde. Hierfür erntete sie viel Applaus und man spürte förmlich wie ihr Funke der Begeisterung auf alle anwesenden Gäste überflog. Der letzte Redner war Schulleiter Münz, der auch viele Danksagungen aussprach und die Wichtigkeit dieses Projektes verdeutlichte. Nach gut 30-40 Minuten durften wir, die Gäste, in Zweierteams die Lernfabrik (Infos unten) und den Hybrid Metall
3-D Drucker besichtigen.
Zu erst kam ich in die Lernfabrik wo eine beispielhafte Produktionsstätte aufgebaut war. Hier wurden anhand zweier Fallbeispiele (bedrucken einer Box sowie das fertigen einer Schachfigur mittels dem Drehverfahren und einer Bedruckung) gezeigt wie eine vollständige Vernetzung sowie vollautomatische Abläufe in der Zukunft aussehen können und werden. Ein autarkes System mit vielen Möglichkeiten an den sich die Fachkräfte von morgen beweisen und experimentieren können.
Die Nächste Station war der Metall 3D Drucker mit Hybridtechnologie. Dieser befand sich in einem kleinen separaten Raum und sah nicht nur optisch sehr gut aus, sondern fesselte auch sofort die anwesenden Gäste am Sichtfenster des 3-D Druckers.
Vor uns stand ein Coherent Creator Hybrid (Infos unten) mit den kompakten Abmaßen von 717mm x 858mm x 1794mm, einem Bauvolumen von 110mm im Durchmesser und einer Höhe von 100mm. Der Laser ist mit 250W ganz ordentlich und schmilzt zuverlässig unterschiedliche Stähle, Kupfer-, Kobalt-, und Nickellegierungen. Diese Legierungen können in Pulverform (Herstellerneutral), ganz einfach in ein dafür vorgesehenes Reservoir im Bereich des Bauraumes gefüllt werden. Über ein großes Touch Display kann man alle wichtigen Werte und Schritte mitverfolgen und ggf. auch nachjustieren. Die Bauteile werden auf kleinen Tellern gedruckt und sehen außerordentlich gut aus. Eine großartige Sache ist die Hybridtechnik, denn der Drucker hat auch einen eingebauten Fräskopf mit dem man die Bauteile sofort nachbearbeiten kann. Scharfkantige Konturen, glatte Oberflächen oder das Einbringen von Schriften sind somit schnell und ohne zusätzliches Gerät oder Aufwand möglich.
Ich persönlich finde den Coherent Creator ‚Hybrid fantastisch. Er vereint Inprocessing* sowie Postprocessing** und ist sehr einfach zu bedienen. Natürlich ist das Bauvolumen nicht besonders viel und im klassischen Maschinenbau oftmals zu klein, aber es gibt viele Nischen (z.B. Ärzte, Zahnärzte, Luft- und Raumfahrt oder eben Bildungsträger) die hier eine „all in one Lösung“ erwerben können.
Zum Abschluss fanden sich beide Gruppen wieder im Foyer ein, wo ein kleines Catering für uns parat stand. Hier konnte man noch letzte Fragen stellen oder sich mit den Gästen austauschen. Auch hier konnte ich mich mit vielen Leuten unterhalten, die dieses Projekt lobten. Es sei ein wichtiger Schritt, die Fachkräfte von morgen mit der Additiven Fertigung in Berührung zu bringen. Der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Unternehmens sind gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte.

Daten des Druckers:
Hersteller: Coherent
Modell: Creator hybrid
Laser Wellenlänge: 1070nm
Laser Leistung: 250W
Bauplattform: Ø110mm x 100mm
Reservoir Volumen: Ø110mm x 200mm
Wiederholbarkeit: X = 15µm; Y = 15µm, Z = 15µm
Genauigkeit: 40µm
Materialien: verschiedene Stahl, Kobalt-, Kupfer-, Nickellegierungen
Abmaße: 717mm x 858mm x 1794mm
Gewicht: 430kg

Internetseite: https://de.coherent.com/

Lernfabrik 4.0:
Die Lernfabrik 4.0 ist ein Labor, das im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösungen gleicht. Sie dienen zum Erwerben von Grundlagen für anwendungsnahe Prozesse. Hier werden Maschinenbau und die Elektrotechnik mit professionellen Produktionssteuerungssystemen verknüpft. Ziel ist das fachmännische und praxisnahe ausbilden von Fach- und Nachwuchskräften. Aktuell existieren 16 Lernfabriken in Baden-Württemberg, wobei noch 21 zusätzlich im Aufbau sind.

Internetseite: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/innovation/schluesseltechnologien/industrie-40/lernfabrik-40/

Allianz Industrie 4.0:
Die Allianz Industrie 4.0 ist eine vom Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg gefördertes Netzwerk. Es soll Mittelständische Unternehmen bei dem Weg zur Industrie 4.0 begleiten und Hilfestellungen geben. Koordiniert wird die Alianz Industrie 4.0 vom VDMA Baden-Württemberg.

Internetseite: https://www.i40-bw.de/de/

*Bei Inprocessing spricht man vom eigentlichen Druckvorgang im Additive Manufacturing.
** Das Postprocessing ist der Prozess nach dem Druckvorgang, hier wird in der Regel eine Nacharbeit an den Bauteilen vorgenommen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Entfernen von Stützstrukturen.

Admin - 08:03:37 @ 3-D Druck | Kommentar hinzufügen

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